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Bio-Saatgut
Die Ausgabe
06/2010

ist am 13. Oktober

in Bahnhofsbuchhandel und Zeitschriftenläden erhältlich oder bestellbar.
In der nächsten Ausgabe

Ausgewählte Titel

Was ist jetzt zu tun... im Obstgarten? E-Mail

... im Juli

Korb mit frisch geernteten SüßkirschenSüßkirschen schneiden          
Die Süßkirsche weist innerhalb des Sortimentes in ihrem Wuchsbild ähnliche Unterschiede auf wie sie uns bereits von den übrigen Obstarten her bekannt sind.
Die einjährigen Triebe sind zumeist mit Blattknospen besetzt. An der Basis des Triebes können sortenunterschiedlich

bereits mehr oder weniger Blütenknospen vorkommen. Das zwei- und mehrjährige Fruchtholz besitzt vorwiegend Kurztriebe; diese entwickeln sich weitgehend zu so genannten Buketttrieben. Eine Verzweigung dieser Triebe kann nur dann erwartet werden, wenn das Kronenvolumen wesentlich eingeschränkt wird. Der Gerüstaufbau erfolgt allgemein nach den gleichen Grundsätzen wie beim Kernobst, jedoch mit nur drei Seitenleitästen. Zu berücksichtigen ist, dass sich die Süßkirsche ungern entlang des Jahrestriebes verzweigt. Bei Beginn der Wachstumsperiode entwickeln sich jedoch aus den oberen Augen des vorjährigen Jahrestriebes in mehr oder weniger quirlförmiger Anordnung Verzweigungen, die zum Zweck eines geordneten Kronenaufbaus ausgelichtet werden müssen.
Nach einem fünf- bis sechsjährigen Kronenaufbau sollten die Leitäste  eine Stärke und Ausladung erreicht haben, sodass ein Rückschnitt nicht mehr erforderlich ist. Die Fruchtholzerneuerung muss wie beim Kernobst über die Neutriebbildung angestrebt werden.
und rechts nach dem Schnitt. Die Süßkirsche links vorDer Verjüngungsschnitt der gesamten Krone ist ohne Gefahr für den Baum möglich, wenn hierzu allgemein die Monate nach der Ernte gewählt werden, (belaubter Zustand). Eine gute Wundpflege sowie eine sorgfältige Kronenüberwachung sichern den Erfolg der Verjüngung.
Früher wurden Süßkirschen hauptsächlich auf der Vogelkirsche (Sämling) veredelt. Heute werden meistens schwächer wachsende Unterlagen, wie z.B. „GiSelA 5", „Maxma 14", „Colt", „GM 61 Damil", „Weiroot 10/3", „Pi-KU-4", „20" und „4,83" bevorzugt. Die Unterlage „F 12/1" hat sich nicht bewährt. Weitere Unterlagen befinden sich in der Erprobung.

Pflanzen schützen
Von Schorf befallene Äpfel Apfelschorf  Diese Pilzkrankheit ist die bedeutendste Krankheit bei Kernobst. Besonders empfindlich sind die auch für den Garten begehrten Sorten wie 'Golden Delicious', 'Gloster 69', 'Mclntosh' und 'Lodi'. In niederschlagsreichen Jahren kann es in ungeschützten Anlagen zu epidemieartigen Ausbrüchen der Krankheit kommen, wodurch sowohl die Qualität als auch die Quantität der Ernte stark negativ beeinflusst wird.

Krankheitsentwicklung
 Auf dem Falllaub entstehen bei günstiger Witterung (feucht und warm) schon im März Pilzsporen, mit denen noch vor der Blüte die ersten Blättchen infiziert werden können.

Vorbeugung und Regulierung
 Bei Neupflanzungen sollte man die weniger empfindlichen Sorten bevorzugen. Wer sich bei Äpfeln z. B. für 'Prima', 'Priam', 'Sir Prize', 'Boskoop', 'Champagner Renette' und 'Priscill' entscheidet, kann die Anwendung von (biologischen) Pflanzenschutzmitteln stark reduzieren. Mit regelmäßigem Schnitt im Winter sollte für lichte Kronen gesorgt werden, um lang anhaltende Befeuchtung der Blätter zu vermeiden. Abgefallenes Laub sollte im Herbst gründlich gekehrt und in der Mülltonne entsorgt werden.

... im August
Sommerschnitt
Ziel des Sommerschnittes ist es, alle Triebe, die nicht für den Kronenaufbau oder zur Fruchtproduktion eines Obstbaumes benötigt werden, schon im Sommer weg zu schneiden, damit die übrigen Baumzonen besser belichtet werden und bei den verbleibenden Leitästen und Fruchtzweigen der Wasser- und Nährstoffhaushalt verbessert wird. Dadurch wird die Blütenknospenproduktion, die ja schon Ende Juli bis August stattfindet, stärker angeregt. Somit kann der Baum mehr Blüten- bzw. Fruchtknospen bilden. Der beste Zeitpunkt für einen Sommerschnitt ist der Juli und August.
Früher gab es auch den sommerlichen Fruchtholzschnitt. Dieser lässt sich aber bei einem naturgemäßen Obstbaumschnitt nicht praktizieren, weil bei diesem keine Fruchtzweige eingekürzt werden dürfen. Der sommerliche Auslichtungsschnitt wird besonders bei Kernobst (Apfel, Birnen), aber auch bei Zwetschen, Pflaumen, Mirabellen, Sauerkirschen und bei Pfirsichen durchgeführt.
Natürlich spielen auch der Boden, die Düngung und die Niederschläge eine gewisse Rolle. Vor allem auf den Oberseiten waagrechter Seitenleitäste und Fruchtzweige, aber auch am Mittelleitast (Stamm) kommt es in jedem Jahr zur Ausbildung von senkrechten Ständertrieben oder Wasserschossen, die die übrigen Triebe und Äste beschatten und damit eine optimale Fruchtknospendifferenzierung verhindern oder erschweren. Diese Triebe sollten direkt an der Entstehungsstelle abgeschnitten oder abgerissen werden.    
Text und Fotos: Theo Bauer

 
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