Aktuelle Ausgabe 05/2010
- Gartenschätze in Yorkshire
- Blütenpracht auf langen Stielen
- Blumenzwiebeln ökologisch
- Wurzelgemüse
– altbewährte Medizin aus dem Garten
- Gesunde Blattsalate für Herbst und Winter
- Das multifunktionale Gewächshaus
- Kleines Kräuterallerlei
- Der Speierling – eine seltene Wildobstart
- Gärten für Senioren
– praktisch und pflegeleicht planen und gestalten
- Schwärmen für das Ruhrgebiet –
von der Industriebrache zur Brachenbiene
- Ländliche Küche: Gesunde saisonale Küche
- und vieles mehr ...
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NATÜRLICH GÄRTNERN 5/2010

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Verhungern wir an vollen Töpfen?
Liebe Leserin, lieber Leser!

Neulich hatte ich die Gelegenheit, an einer Kuratoriumssitzung der „Akademie Naturgemäß Leben e.V." bei Dr. Helmut Hüsgen in Hennef-Süchterscheid (siehe NG & AL, 4/2010, S. 74) teilzunehmen. Im Laufe der Diskussion sprachen wir darüber, ob unsere Ernährung eigentlich noch unseren Vitamin- und Mineralstoffbedarf deckt. Alle Teilnehmer berichteten, dass dies offensichtlich nicht mehr der Fall sei, wie man in den letzten Jahren sogar der Publikumspresse entnehmen konnte. Aber was ist aktuell los? Frau Dr. Annette Bauer, die stellvertretende Vorsitzende der „Akademie Naturgemäß Leben e.V.", übernahm anschließend für uns die Recherche nach weiteren zugänglichen Publikationen. Eine bereits journalistisch gut aufgearbeiteter Beitrag zum Thema erschien im Jahr 1997 in der Zeitung „Die Welt" von Heinz Sünder, auf den wir bereits in der Vergangenheit einmal (Rubrik „Tendenzen") hingewiesen haben. Dort wird der Präventiv- und Sportmediziner sowie Spezialist für Ernährungsfragen Prof. Dr. Heinz Liesen wie folgt zitiert: „Wir müssen davon ausgehen, dass mehr als zwei Drittel aller Deutschen ab 50, 55 Jahren, (...aber auch schon wesentlich jünger), zunehmend an subklinischen Mangelzuständen leiden. Die Menschen sind noch nicht krank, aber das Immunsystem ist geschwächt. Sie leiden an ständiger Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen." Dann wird der Professor konkreter: „Regeneration findet nicht mehr statt. Es mangelt an Vitaminen, Spurenelementen, Mineralien wie Magnesium, Zink, Selen, Vitamin E." Die Liste, so Liesen „ist lang". Interessant ist auch ein Experiment von Ernährungswissenschaftlern vom Schwarzwald-Sanatorium Obertal. Sie kauften auf einem Gemüsemarkt in Karlsruhe und in der Gemüseabteilung einer großen Lebensmittelkette in Freiburg zwei identische Lebensmittelkörbe. Die Untersuchungsergebnisse eines neutralen Lebensmittellabors in Karlsruhe zu ihrem Gehalt an bestimmten Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen wurde verglichen mit der offiziellen Nährstofftabelle des schweizerischen Pharmakonzerns Geigy von 1985. Als Beispiel sei hier die Kartoffel genannt. Im Jahr 1996 enthielt die Kartoffel 70 Prozent weniger Kalzium, 33 Prozent weniger Magnesium und 25 Prozent weniger Vitamin C als 1985. Zweites Beispiel Apfel (1996): erfreulich 12 Prozent mehr Kalzium, 20 Prozent mehr Magnesium, aber 80 Prozent weniger Vitamin C als 1985. Bei allen in der Vergleichliste aufgeführten Gemüse- und Obstarten finden sich allerdings leider keine Sortenangaben. Nun sind die letzten populär gewordenen Veröffentlichungen zu diesem hochbrisanten wie wichtigen Thema auch schon wieder 14 Jahre alt! Aber die so genannte Nationale Verzehrstudie des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aus dem Jahre 2008 brachte es relativ aktuell wieder an den Tag: Die bundesdeutsche Durchschnittsernährung ist nach wie vor eine Mangelernährung! Nachzulesen dort unter www.was-ich-esse-de. Das alles ist sehr traurig für die Menschen, die nicht wie wir Gartenselbstversorger mit unseren biologisch gepflegten Böden und Pflanzenarten und teils besonders gehaltvollen Pflanzensorten, das Glück haben, besser versorgt zu sein. Setzen auch Sie sich dafür ein, dass noch mehr Menschen die Chance haben, Gartenselbstversorger zu werden, auch wenn die Fläche noch so klein ist. Klären Sie auf, geben Sie ihr Fachwissen weiter, werden Sie Gartenpate, stellen Sie Gartenland zur Verfügung!
Ich wünsche Ihnen wieder viel Nutzen und Freude mit Ihrer NATÜRLICH GÄRTNERN & ANDERS LEBEN!
 Kurt Walter Lau
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Die Ausgabe 06/2010 ist am 13. Oktober in Bahnhofsbuchhandel und Zeitschriftenläden erhältlich oder problemlos bestellbar. |
In der nächsten Ausgabe:
- Der Platz des Menschen
im zukunftsfähigen Garten Optimale Wildhecken
- Biotop- und Artenschutz im Selbstversorgergarten
- Köstliche Wildlinge –
kulinarische Pflanzenkunde
- Kiwi
Kraftfrucht mit inneren Werten
- und vieles mehr ...
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Industrieschmierstoff und Artenvielfalt
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