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Die Ausgabe
04/2013 ist

am 12. Juni 2013

in Bahnhofsbuchhandel und Zeitschriftenläden erhältlich oder bestellbar.
In der nächsten Ausgabe
OLV Organischer Landbau Verlag Kurt Walter Lau
Die aktuelle Ausgabe NATÜRLICH GÄRTNERN

Aktuelle Ausgabe 03/2013

  • Lichtnelken mit Kelch und Krone
  • Libellen am Gartenteich
  • Grünspargel bringt höhere Gesundheitswerte
  • Aus meinem Garten – Ilse Jaehners Praxistipps
  • Gärten am Bauernhof, ländliche Hausgärten, Krautgärten
  • Erfolgreich gärtnern ohne Torf
  • Nützlinge halten Blattläuse in Schach
  • Vielfältige Berberitze
  • Der „Wilde Spargel“ unserer Wälder – Waldgeißbart
  • Korn für die Zukunft?
    Erfolgreiche Getreideanbauversuche
    eines Selbstversorgers
  • Landküche: Smoothie – Lebenselixier mit Trinkgenuss
  • und vieles mehr ...

NATÜRLICH GÄRTNERN 3/2013

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Sturm im Wasserglas

Liebe Leserin, lieber Leser!

Das muss man sich einmal vorstellen: Der ehemalige französische Europaminister Michel Barnier, heute EU-Kommisssar für den Binnenmarkt, hat den Auftrag, den Wassermarkt in Europa zu liberalisieren. Das heißt nichts anderes, als privaten Firmen ein neues Geschäftsmodell an die Hand zu geben, mit dem wieder einmal Bürgerrechte, ach, was sage ich, Menschenrechte, ausgehebelt werden können.

Gegenwärtig ist es doch so, dass wir in Deutschland zu fast hundert Prozent von kommunalen Wasserversorgern beliefert werden, die einer gewissen Kontrolle durch von uns demokratisch gewählten Stadt- und Gemeinderäten unterstehen. Trinkwasser, bei uns in Deutschland ein Lebensmittel, in die Hände von einigen wenigen, möglicherweise global agierenden Firmen zu geben, ist meinem Gefühl nach schlicht unanständig und skandalös. Jedes Lebewesen auf diesem Planeten hat von seiner Geburt an ein kosmisches Recht auf Wasser zum Leben. Wie krank sind Vorstellungen, dass das anders sein könnte? Schon jetzt haben viele Millionen Menschen und unzählige Tiere und Pflanzen auf unserem Planeten kaum sauberes Wasser zum Trinken oder als Lebensraum, wenn es sich um aquatische Lebewesen handelt. Die Gründe dafür sind hinreichend bekannt: Beispielsweise Klimawandel, Lebensraumzerstörung, Verschmutzung, Flucht, brutale Gewalt, Monopole.

Die Vereinten Nationen hatten im Oktober 2010 in New York das Recht auf sauberes Wasser als ein Menschenrecht anerkannt. Einklagbar ist der Anspruch jedoch nicht. Nach massiven Protesten lenkte Kommissar Barnier überraschend ein. Vor dem Binnemarktausschuss schwächte er seine Richtlinie entscheidend ab.

Diese Zeilen schreibe ich am 22. März 2013, dem Weltwassertag 2013. Anlässlich des für heute von der UNESCO ausgerufenen Weltwassertages hat der BUND die Bundesregierung aufgefordert, sich gegen Bestrebungen zu Privatisierung der öffentlichen Wasserversorgung zu wehren. Der BUND in einer Presseerklärung weiter: „Noch (ist) es möglich, die geplante EU-Richtlinie zur europaweiten Ausschreibung kommunaler Wasserwerke zu stoppen, sagte der BUND-Wasserexperte Sebastian Schönauer. Geschehe dies nicht, öffne sich für internationale Wasserkonzerne ein Einfallstor mit unabsehbaren Konsequenzen. Privatisierungen in europäischen Staaten wie Frankreich, Großbritannien, Portugal und zum Teil auch in Deutschland zeigten, dass die Verbraucher mit extrem steigenden Preisen und einer schlechteren Wasserqualität zu rechnen hätten.“

Wir von NATÜRLICH GÄRTNERN & ANDERS LEBEN unterstützen die Europäische Bürgerinitiative „Wasser ist ein Menschenrecht“. Sie ist im Internet zu finden unter: www.bund.net/aktiv_werden/aktionen/wasser_ist_menschenrecht

Lassen Sie sich von der Fülle in den zahlreichen Beiträgen unserer heutigen Ausgabe inspirieren und ziehen Sie daraus wieder viel Nutzen und Freude!

Kurt Walter Lau - Unterschrift
Kurt Walter Lau

 

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Die Ausgabe
04/2013

ist am 16. Juni

in Bahnhofsbuchhandel und Zeitschriftenläden
erhältlich oder problemlos bestellbar.
In der nächsten Ausgabe:

  • Aus der Welt der Rosen
  • Teichpflege im Sommer
  • Beeren im Selbstversorgergarten
  • Bekannte und weniger bekannte Wintergemüsearten und -sorten
  • Außerdem: Praxistipps in Hülle
  • und Fülle und vieles mehr ...


Änderungen vorbehalten
 
Tendenzen
Europäisches Parlament stimmt gegen Ökologisierung der GAP

Es war ein schwarzer Tag für die Vielfalt der Arten und Landschaften in Europa, für den Klimaschutz und für die längst überfällige Anpassung unserer landwirtschaftlichen Anbaupraktiken an die globalen und lokalen Erfordernisse von umwelttechnischer und sozialer Nachhaltigkeit. Das Europäische Parlament wurde der Forderung nicht gerecht, dass öffentliche Gelder nur für öffentliche Belange eingesetzt werden sollten.

Die Forderungen der Zivilgesellschaft nach einer grüneren, nachhaltigeren und gerechteren GAP (Rechtsvorschläge zur Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU) wurden ignoriert. Die wichtigsten Vorschläge zur „Vergrünung“ der GAP wurden nicht umgesetzt, so wurde das System der Fruchtfolge bspw. komplett verwässert. Darüber hinaus hat das Parlament keine einzige der Empfehlungen des Entwicklungsausschusses angenommen, um das System der Exportsubventionen zu reglementieren oder die Auswirkungen der GAP auf die internationalen Beziehungen zu kontrollieren».

Anstatt das bereits an sich mangelhafte Konzept der Kommis-sion zur Anbaudiversifizierung dadurch zu verbessern, eine Fruchtfolge vorzuschreiben, folgte die Vollversammlung dem Kurs von Comagri zu einer weiteren Schwächung der Diversifizierung, und begünstigt so letztlich noch mehr Monokulturen in Europa.

Einerseits herrschte Erleichterung darüber, dass die Landwirtschaftslobby nicht all ihre Forderungen gegen eine Ökologisierung der GAP durchsetzen konnte und dass sich Kernstücke des Vorschlags der Kommission gegen das aggressive Geschacher der Landwirtschaftslobby in Straßburg durchsetzen konnten. Dennoch wurden fast alle Erwartungen an das Parlament zur Verbesserung des Vorschlags der EU-Kommission enttäuscht.

Um die anti-ökologische Dimension der Abstimmung des Parlaments noch zu verschärfen, wurde keine einzige Empfehlung des Entwicklungsausschusses umgesetzt. Es wurde weder ein fixes Ende der Exportsubventionen festgesetzt, noch ein Kontrollmechanismus zur Auswirkung der GAP auf die Verpflichtungen und internationalen Beziehungen im Bereich der Entwicklung beschlossen.

Slow Food International, Press Office Director,
Via della Mendicità Istruita, 14, 12042 BRA (Cn) – Italy
Tel ++39 0172 419645, Cell ++39 329 8321285
E-mail p.nano@slowfood.it

 
Gartennotizen
Was ist jetzt zu tun... im Obstgarten?

… im Mai

Erdbeeren von der Blüte bis zur Frucht

Erdbeeren bilden ihre Blütenknospen nicht erst im Frühjahr aus, sondern bereits im September. Den Anstoß dazu geben die kürzer werdenden Tage und die abnehmenden Temperaturen.

Die Erdbeersorten von heute tragen in ihren Blüten männliche und weibliche Anlagen. Trotzdem sollte man auf dem Erdbeerbeet eine zweite Sorte anbauen, damit Insekten aus dem Vollen schöpfen können. Bienen, Hummeln und Schwebfliegen tragen die Pollen von Blüte zu Blüte. Gut in Form zeigen sich Früchte nur, wenn möglichst alle Samenanlagen befruchtet wurden.

Verkrüppelte Erdbeeren wurden ungenügend bestäubt. Der Grund ist spärlicher Bienenflug oder Regenwetter. Zur Sicherung eines hohen Ertrages brauchen Erdbeerpflanzen vom Austrieb bis zur Vollblüte reichlich Wasser, während der Fruchtausbildung dagegen nur mittlere Feuchtigkeit. Die nötigen Wassergaben verabfolgt man am besten am Vormittag, damit die Pflanzen und der Boden bis zum Abend wieder abgetrocknet sind. Beim Gießen sollen die Blätter und Blüten so wenig wie möglich befeuchtet werden. Jedes Mal gibt man 20 bis 30 Liter je Quadratmeter.

Zur Vermehrung sollte man nur Ableger von besten Mutterpflanzen nehmen. Die fleißigen Blüher versieht man zur Blütezeit mit einem Markierungsstäbchen.


ApfeIschorf

Diese Pilzkrankheit ist die bedeutendste Krankheit bei Kernobst überhaupt. Besonders empfindlich sind die auch für den Garten begehrten Sorten wie´Golden Delicious´, ´Gloster 69´, ´Mclntosh´ und ´Lodi´.

In niederschlagsreichen Jahren kann es in ungeschützten Anlagen zu epidemieartigen Ausbrüchen der Krankheit kommen, wodurch sowohl die Qualität als auch die Quantität der Ernte stark negativ beeinflusst wird.

In den Überwinterungsorganen auf dem Fallaub entstehen bei günstiger Witterung (feucht und warm) schon im März Pilzsporen, mit denen noch vor der Blüte die ersten Blättchen infiziert werden können. Auf den Blattflecken entstehen rasch sogenannte Sommersporen, die bei feuchtem Wetter immer neue Blätter und junge Früchte infizieren. Bei Neupflanzungen sollte man die weniger empfindlichen Sorten bevorzugen, z.B. ´Prima´, ´Priam´, ´Sir Prize´, ´Boskoop´, ´Priscilla´ und ´Champagner Renette´.

Mit regelmäßigem Obstbaumschnitt im Winter sollte für lichte Kronen gesorgt werden, um langanhaltende Befeuchtung der Blätter zu vermeiden. Darüber hinaus sollte abgefallenes Laub schon im Herbst gründlich gekehrt und entfernt werden.

Neue schorfresistente Apfelsorten sind: ´Florina´, ´Rebella´, ´Topaz´, ´Karneval´, ´Mars´, ´Sirius´ und ´Solaris´.

Die Düngung im Garten ist ein beliebtes Thema. Nicht selten kursieren spezielle Rezepturen und Mischungen, die scheinbar allerbeste Erfolge garantieren. Der eine schwört auf kompostierten Pferdemist, ein anderer weiß Wunderdinge zu berichten von Taubenmist, wieder andere setzen bestimmte mineralische Dünger ein, die optimale Wuchs- und Fruchteigenschaften versprechen. 

Düngung

Hinterfragt man das Ganze einmal kritisch, dann fehlen die Grundlagen für die Bemessung der Düngung bzw. der Düngergaben meist völlig, denn die wenigsten Gartenfreunde verfügen über eine Bodenanalyse als Basis für die Bemessung bzw. wissen über den Nährstoffbedarf der Kulturen Bescheid.

Eine genaue Angabe über die Höhe der Düngegaben ist nur dann möglich, wenn durch eine Bodenuntersuchung in einer Untersuchungsanstalt festgestellt wurde, welche Nährstoffe sich im Boden befinden und wie viel mg je 100 Gramm Boden vorhanden sind. Auch im Haus- und Kleingarten sollte man alle drei bis fünf Jahre eine Analyse vornehmen lassen. Die Düngergaben sind abhängig von dem Nährstoffentzug durch Pflanzen, dem Nährstoffverlust durch Auswaschung und dem Ausnutzungsgrad des Düngemittels (z. B. Nährstoff-Festlegung im Boden).

In der Regel werden organische Volldünger verwendet. Eine Ausnahme macht hier die Kalkdüngung, die grundsätzlich nur im Spätherbst-Winter ausgebracht wird, und zwar nur dann, wenn der pH-Wert zu niedrig ist. Bei der Bodenuntersuchung sollte man auch eine Humus- und Stickstoff-Untersuchung anfordern. 

… im Juni Fruchtausdünnung

Bei Apfel und Birne entstehen fast aus jeder Blütenknospe fünf bis sieben Einzelblüten. Wenn diese Blüten befruchtet werden, entstehen daraus Früchte, die gegeneinander in Nährstoffkonkurrenz treten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nach der Periode der Zellteilung die Periode der Zellstreckung in den Früchten folgt und in dieser Periode entscheidet die Zufuhr von Kohlenhydraten über das Wachstum der Früchte.

Deshalb sollten wir nach dem Junifall mit der Fruchtausdünnung beginnen. Dabei werden die unterentwickelten und kleinen Früchtchen am besten mit der Schere herausgeschnitten, damit die verbleibenden Früchte ausreichend mit Kohlenhydraten versorgt werden und ausreichende Ausmaße sowie bessere Ausfärbung erreichen. Meistens belässt man dann nur eine Frucht pro Fruchtstand, in den seltensten Fällen zwei bis drei, was natürlich von der Sorte wie vom Standort der Fruchtstände in der Krone abhängig ist.

Das Ausdünnen gehört zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen an den Obstgehölzen. Dadurch soll nämlich verhindert werden, dass bei reichem Behang die Mehrzahl der Früchte zu klein bleibt und Merkmale von Schattenfrüchten zeigt.

Gleichzeitig soll damit verhindert werden, dass sich durch den zu reichen Behang die Bäume im Ertragsjahr erschöpfen, kaum Neutriebe bilden und keine Blütenknospen ansetzen, also in Alternanz verfallen. Letzterer Zustand ist eines der größten Übel bei Obstgehölzen und meist erst in mehreren Jahren bei intensivster Pflege wieder zu beheben.
 
Grüne Tipps
Vielblütige Beetrosen

Vielblütige Beetrosen eignen sich eher als Teehybridsorten zum Zusammengehen mit Stauden. Gute Partner sind unter anderem Rittersporn, Glockenblumen, Staudensalbei, Ehrenpreis, Gartenmargeriten, Schleierkraut. Rosen und Stauden dürfen sich nicht gegenseitig behindern. Für alle Stauden gilt ein Meter Abstand von der Rosengruppe.

 
 
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