… im Mai
Erdbeeren von der Blüte bis zur Frucht
Erdbeeren bilden ihre Blütenknospen nicht erst im Frühjahr aus, sondern bereits im September. Den Anstoß dazu geben die kürzer werdenden Tage und die abnehmenden Temperaturen.
Die Erdbeersorten von heute tragen in ihren Blüten männliche und weibliche Anlagen. Trotzdem sollte man auf dem Erdbeerbeet eine zweite Sorte anbauen, damit Insekten aus dem Vollen schöpfen können. Bienen, Hummeln und Schwebfliegen tragen die Pollen von Blüte zu Blüte. Gut in Form zeigen sich Früchte nur, wenn möglichst alle Samenanlagen befruchtet wurden.
Verkrüppelte Erdbeeren wurden ungenügend bestäubt. Der Grund ist spärlicher Bienenflug oder Regenwetter. Zur Sicherung eines hohen Ertrages brauchen Erdbeerpflanzen vom Austrieb bis zur Vollblüte reichlich Wasser, während der Fruchtausbildung dagegen nur mittlere Feuchtigkeit. Die nötigen Wassergaben verabfolgt man am besten am Vormittag, damit die Pflanzen und der Boden bis zum Abend wieder abgetrocknet sind. Beim Gießen sollen die Blätter und Blüten so wenig wie möglich befeuchtet werden. Jedes Mal gibt man 20 bis 30 Liter je Quadratmeter.
Zur Vermehrung sollte man nur Ableger von besten Mutterpflanzen nehmen. Die fleißigen Blüher versieht man zur Blütezeit mit einem Markierungsstäbchen.
ApfeIschorf
Diese Pilzkrankheit ist die bedeutendste Krankheit bei Kernobst überhaupt. Besonders empfindlich sind die auch für den Garten begehrten Sorten wie´Golden Delicious´, ´Gloster 69´, ´Mclntosh´ und ´Lodi´.
In niederschlagsreichen Jahren kann es in ungeschützten Anlagen zu epidemieartigen Ausbrüchen der Krankheit kommen, wodurch sowohl die Qualität als auch die Quantität der Ernte stark negativ beeinflusst wird.
In den Überwinterungsorganen auf dem Fallaub entstehen bei günstiger Witterung (feucht und warm) schon im März Pilzsporen, mit denen noch vor der Blüte die ersten Blättchen infiziert werden können. Auf den Blattflecken entstehen rasch sogenannte Sommersporen, die bei feuchtem Wetter immer neue Blätter und junge Früchte infizieren. Bei Neupflanzungen sollte man die weniger empfindlichen Sorten bevorzugen, z.B. ´Prima´, ´Priam´, ´Sir Prize´, ´Boskoop´, ´Priscilla´ und ´Champagner Renette´.
Mit regelmäßigem Obstbaumschnitt im Winter sollte für lichte Kronen gesorgt werden, um langanhaltende Befeuchtung der Blätter zu vermeiden. Darüber hinaus sollte abgefallenes Laub schon im Herbst gründlich gekehrt und entfernt werden.
Neue schorfresistente Apfelsorten sind: ´Florina´, ´Rebella´, ´Topaz´, ´Karneval´, ´Mars´, ´Sirius´ und ´Solaris´.
Die Düngung im Garten ist ein beliebtes Thema. Nicht selten kursieren spezielle Rezepturen und Mischungen, die scheinbar allerbeste Erfolge garantieren. Der eine schwört auf kompostierten Pferdemist, ein anderer weiß Wunderdinge zu berichten von Taubenmist, wieder andere setzen bestimmte mineralische Dünger ein, die optimale Wuchs- und Fruchteigenschaften versprechen.
Düngung
Hinterfragt man das Ganze einmal kritisch, dann fehlen die Grundlagen für die Bemessung der Düngung bzw. der Düngergaben meist völlig, denn die wenigsten Gartenfreunde verfügen über eine Bodenanalyse als Basis für die Bemessung bzw. wissen über den Nährstoffbedarf der Kulturen Bescheid.
Eine genaue Angabe über die Höhe der Düngegaben ist nur dann möglich, wenn durch eine Bodenuntersuchung in einer Untersuchungsanstalt festgestellt wurde, welche Nährstoffe sich im Boden befinden und wie viel mg je 100 Gramm Boden vorhanden sind. Auch im Haus- und Kleingarten sollte man alle drei bis fünf Jahre eine Analyse vornehmen lassen. Die Düngergaben sind abhängig von dem Nährstoffentzug durch Pflanzen, dem Nährstoffverlust durch Auswaschung und dem Ausnutzungsgrad des Düngemittels (z. B. Nährstoff-Festlegung im Boden).
In der Regel werden organische Volldünger verwendet. Eine Ausnahme macht hier die Kalkdüngung, die grundsätzlich nur im Spätherbst-Winter ausgebracht wird, und zwar nur dann, wenn der pH-Wert zu niedrig ist. Bei der Bodenuntersuchung sollte man auch eine Humus- und Stickstoff-Untersuchung anfordern.
… im Juni Fruchtausdünnung
Bei Apfel und Birne entstehen fast aus jeder Blütenknospe fünf bis sieben Einzelblüten. Wenn diese Blüten befruchtet werden, entstehen daraus Früchte, die gegeneinander in Nährstoffkonkurrenz treten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nach der Periode der Zellteilung die Periode der Zellstreckung in den Früchten folgt und in dieser Periode entscheidet die Zufuhr von Kohlenhydraten über das Wachstum der Früchte.
Deshalb sollten wir nach dem Junifall mit der Fruchtausdünnung beginnen. Dabei werden die unterentwickelten und kleinen Früchtchen am besten mit der Schere herausgeschnitten, damit die verbleibenden Früchte ausreichend mit Kohlenhydraten versorgt werden und ausreichende Ausmaße sowie bessere Ausfärbung erreichen. Meistens belässt man dann nur eine Frucht pro Fruchtstand, in den seltensten Fällen zwei bis drei, was natürlich von der Sorte wie vom Standort der Fruchtstände in der Krone abhängig ist.
Das Ausdünnen gehört zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen an den Obstgehölzen. Dadurch soll nämlich verhindert werden, dass bei reichem Behang die Mehrzahl der Früchte zu klein bleibt und Merkmale von Schattenfrüchten zeigt.
Gleichzeitig soll damit verhindert werden, dass sich durch den zu reichen Behang die Bäume im Ertragsjahr erschöpfen, kaum Neutriebe bilden und keine Blütenknospen ansetzen, also in Alternanz verfallen. Letzterer Zustand ist eines der größten Übel bei Obstgehölzen und meist erst in mehreren Jahren bei intensivster Pflege wieder zu beheben.
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