Von Kurt Kretschmann und Rudolf Behm. 3. Auflage 2003. 170 Seiten. Zahlreiche SW-Fotos und vierfarbige Kunstdrucktafeln. Softcover. ISBN 978-3-922201-18-2 Der Gartenpraktiker Kurt Kretschmann beschreibt, wie er seit vielen Jahren seinen Hausgarten konsequent mit organischen Materialien bedeckt und welche überaus positiven Folgen das für seine Gartenfrüchte hat. Durch die geschlossene Mulchdecke wird die Aktivität des Bodenlebens enorm gefördert, was aus einer hohen Besatzdichte verschiedener Regenwurmarten ersichtlich wird. Er verzichtet auf den Einsatz jeglicher Dünger und Pflanzenbehandlungsmittel. Wissenschaftliche Bodenuntersuchungen durch den Co-Autor Dipl.-Chem. Rudolf Behm im Anhang des Buches, bringen den Nachweis, dass in Kurt Kretschmanns Garten ein überaus lebendiger Boden mit einer guten Nährstoffversorgung vorliegt. Behm fand auch heraus, dass von der organischen Bodensubstanz des Nutzgartens über 95 Prozent in Form stabiler Humusstoffe vorliegen (Dauerhumus).Seit über 60 Jahren beschäftigt sich Kurt Kretschmann mit dem Garten zur Eigenversorgung mit hochwertigen Lebensmitteln. Während dieser langen Zeit hat er viel ausprobiert und blieb beim "Total-Mulch-Garten", dem "Garten der Zukunft", wie er selbst als Quintessenz seiner jahrzehntelangen Gartenarbeit formulierte. Gärtner verstehen unter dem Begriff "Mulchen" das konsequente Abdecken aller Gartenbeete mit organischen Materialien. Seitdem Kurt Kretschmann das praktiziert, steigerte sich von Jahr zu Jahr die Fruchtbarkeit seines Gartenbodens. Hervorzuheben ist auch, dass Kretschmann seinen "Total-Mulch-Garten" keinesfalls auf einem von seinem Ursprung her "schweren" Boden bewirtschaftet, sondern ganz im Gegenteil auf einem "leichten", sandigen Boden der Mark Brandenburg ("Märkischer Sand") in trockener, südlicher Hanglage. Durch die geschlossene Mulchdecke wird die Aktivität des Bodenlebens enorm gefördert, was unter anderem aus einer hohen Besatzdichte verschiedener Regenwurmarten ersichtlich wird. Der Mulchgarten-Pionier Kurt Kretschmann verzichtet selbstverständlich dabei auf den Einsatz jeglicher Dünge- und Pflanzenbehandlungsmittel. Doch pflegt der prominente Naturschützer (Ehrenpräsident des Naturschutzbundes Deutschland, NABU, e.V.) nicht nur das Bodenleben. Er beschreibt ebenso anschaulich und leicht nachvollziehbar, wie er der gefährdeten Tierwelt in seinem Garten helfen konnte. Zehn Jahre lang wurde der Boden wissenschaftlich durch den Co-Autor dieses Buches, Diplom-Chemiker und Forstassistent Rudolf Behm, periodisch untersucht. Dadurch gelang der gesicherte Nachweis, dass bei vollständigem Verzicht auf mineralische, tierische oder anderweitige Handelsdünger sowie auf Pestizide jeder Art, unter der Mulchdecke des Kretschmannschen Nutzgartens ein überaus tätiger Boden von hervorragender Struktur und ausgezeichneter Nährstoffversorgung vorliegt. Behm fand heraus, dass von der organischen Bodensubstanz des Nutzgarten über 95 Prozent in Form stabiler Humusstoffe vorliegen (Dauerhumus). InhaltVorwort - Begeistert vom Mulchen - Einführung - Wie kam es zur Einrichtung des Totol-Mulch-Gartens?: Was wollte ich mit dem Total-Mulch-Garten noch erreichen? - Lage und Größe unseres Gartens - Eine Informationswand zum Garten: Was erreicht man im Total-Mulch-Garten - Unkräuter von höchstem Wert: Was genau wollen wir in unserem Garten erreichen? - Tierischer Dünger im Vergleich zu pflanzlichen Materialien: Bleiben wir beim Rind - Was lässt sich daraus ableiten? - Gesunder Boden - Gesunde Pflanzen - Gesunde Menschen - Wie werden Sandböden grundlegend verbessert?: Schatzgräber am Werk - Wie wird das Material eingesetzt? - Unsere Erfahrung mit Schädlingen - Mehr Mut zu Experimenten - An jedem Obstbaum ranken Kletterpflanzen empor: Kletterpflanzen an weiteren Obstbäumen - Schadet den Obstbäumen der Bewuchs mit Kletterpflanzen? - Glasdach-Tomaten im Vergleich zu Freiland-Tomaten - Wir lehnen Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel ab: Doch man hatte sich verrechnet - Eine unerwartete Situation - Garten der Zukunft - Das Gartenleben vermittelt engen Kontakt zur Natur - Der Jahrhundertsommer 1992: Wie wirkte sich die Trockenheit aus? - Weitere Beobachtungen - Der Total-Mulch-Garten überzeugt - Der Biogarten im strengen Frost: Wie reagieren die Organismen im Boden? - Bodenuntersuchung einmal ganz anders: Die vier Regenwurmarten - Wie werden die Untersuchungen durchgeführt? - Was lebt im Boden?: ausgeführt von Walter Martin und angeleitet von Kurt Kretschmann - Die Methode - Doch nun zu unseren Untersuchungen - Untersuchung am 19. April um 9 Uhr - Fünfter und sechster Versuch - Die Untersuchungen im August - Untersuchungen im September - Ergebnisse vom Oktober - Schlussbemerkung - Wie reagiert der Regenwurm auf Apfelsinenschalen, gespritzte und ungespritzte Äpfel? - Zum Nachdenken: Der Aufbau des Denkmals - Mietenkompostierung oder Flächenkompostierung? - Erfahrungen mit einem alten Walnussbaum - Zehn Jahre Kartoffelanbau immer auf der gleichen Fläche: Welche Ergebnisse brachte der Kartoffelanbau in den letzten zehn Jahren auf dem gleichen Standort? - Welche Kartoffelsorten wurden angebaut? - Wie veränderte sich der Boden? - Hatten wir auch die gefürchtete Kraut- und Braunfäule? - Zusammenfassung - Der Total-Mulch-Garten im Wildschweintest - Der Maulwurf gibt Rätsel auf: Was ist vom Maulwurf bereits bekannt? - In meinem Garten störe ich die Maulwürfe nicht - Dem Total-Mulch-Garten stehen mächtige Gegner gegenüber: Der tierische Dünger - Die Mineraldünger - Biodünger - Die Gifte - Der Spaten wurde überflüssig - Keine Kompostwirtschaft - Maschinen stören uns nur - Hilfe für die Tierwelt - Schlussbetrachtung - Kann ein Baum einen Herzschlag erleiden? - Große Wohnungsnot für heimische Tierarten: Wie vermehren wir sie? - Großartige Ergebnisse bei der Vermehrung seltener Wespenarten - Etwas Unbekanntes - Schlussfolgerungen - Hornissen die Steinadler unter den Insekten: Große Freude über geglückte Ansiedlung - Sind Hornissen gefährlich? - Die Lebensweise - Über 1.000 Brutröhren für Wildbienen: Alle Wildbienen stehen unter Naturschutz - Was hat zum Rückgang der Wildbienen geführt? - Wie helfen wir den Wildbienen? - Ergebnisse der Zählungen - Nacktschnecken sind für uns kein Problem: Begünstigt das Mulchen die Schnecken? - Die Schnecken wechseln ihre Nahrungspflanzen - Spinnen weben ihre Netze in den Blumentöpfen - Schnecken verzehren in einer Nacht die Hälfte ihres Gewichtes an Blattmasse - Schneckenfeinde - Kein Ausrottungsfeldzug gegen Nacktschnecken - Vogelschutz ist selbstverständlich: Was ist jetzt noch möglich? Nistkästen - Vogeltränke - Winterfütterung - Reisig- und Feldsteinhaufen: Der Reisighaufen - Der Feldsteinhaufen - Meine Freunde die Obstbaumveteranen: Die drei Boskoopäpfel - Erste Maßnahmen - Was mögen sich die alten Boskoopapfelbäume wohl gedacht haben? - Der Klarapfel - Die drei Apfelbäume auf der Wiese - ›Schöner von Barth‹ und ein Unbekannter - Die unbekannte Birnensorte - Die ›Gute Luise‹ - Die Süßkirsche - Wer erntet mehr Früchte an einem Johannisbeerstrauch?: Wie erklärt sich dieses Ergebnis? - Der Schnitt des Johannisbeerstrauches - Ein Tierschutzlehrpfad zum Nachdenken und Nachmachen - Das Gartenleben aus philosophischer Sicht - Begeistert vom Mulchen!: Das ganz unterschiedliche Mulchmaterial - Gras und Wildkräuter als Mulchmaterial - Ist Getreidestroh zum Mulchen zu empfehlen? - Was fällt im Garten noch an? - Was fällt an Küchenabfällen an? - Tierische Dünger vom Ökobauern - Landwirte und Förster sollten sich mit dem Verkauf von Mulchmaterial einen Nebenverdienst schaffen - Ist das Schreddermaterial von Bäumen und Sträuchern wertvoll? - Die Mulchmethode erfordert ein Umdenken - Ausklang - Rudolf Behm - Wie fruchtbar ist der Boden des Total-Mulch-Gartens?: Vorbemerkung - Vom konventionellen Kleingärtner zum leidenschaftlichen Mulchgärtner - Analysen geben Auskunft: Allgemeine Grundlagen - Unser spezielles Untersuchungsprogramm - Wichtige physikalische Bodeneigenschaften: Zur Substanzdichte - Zur Bodenfeuchte (Wassergehalt des Bodens) - Die maximale Wasserkapazität (max. WK) - Zur Korngrößenzusammensetzung - Die Bodenreaktion bleibt unverändert - Der Humusgehalt ein maßgebender Faktor für die Bodenfruchtbarkeit: Jährliche Zunahme im Nutzgartenboden - Humus, Kohlenstoff und organische Bodensubstanz - Stabile und leicht umsetzbare Humusanteile im Nutzgarten- und Wiesenboden - Das Treibhausgas Kohlendioxid wird durch Mulchen gebunden - Die Versorgung mit pflanzenverfügbarem Phosphor, Kalium, Kalzium und Magnesium - Untersuchungsergebnisse auf einen Blick - Praktische Tipps für angehende Mulchgärtner - Zusammenfassung - Dank - Autoren - Fachliteratur - Weiterführende Literatur Die Autoren
Kurt Kretschmann, Jahrgang 1914, seit dem 17. Lebensjahr Vegetarier; seit Jahrzehnten Gartenpraktiker, Schriftsteller, Landes- und Kreisbeauftragter für Naturschutz, Referent für Naturschutz an der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften, Berlin, Pionier und Nestor des Naturschutzes in der ehemaligen DDR; Gründer und Leiter der Lehrstätte für Naturschutz "Müritzhof" und des "Hauses für Naturpflege", Bad Freienwalde/Oder; "Storchenvater"; erhielt im Jahr 1993 zusammen mit seiner Frau Erna Kretschmann den Europäischen Umweltpreis. Das Ehepaar Kretschmann wurde 1999 Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde Bad Freienwalde/Oder. Kurt Kretschmann ist außerdem Ehrenpräsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) e.V. Nicht zuletzt betätigt sich Kurt Kretschmann auch schriftstellerisch, selbst zu gesellschaftlichen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen, aber vor allem zu Gartenthemen, wie seine zahlreichen Beiträge, in neuerer Zeit auch die Gedichte über den "Total-Mulch-Garten", eindrucksvoll belegen. Unter anderem schreibt er seit über 10 Jahren für das weiterführende Biogarten-Magazin NATÜRLICH GÄRTNERN. Rudolf Behm, Jahrgang 1931, Diplom-Chemiker und Forstmeister a.D. Langjährige Betätigung in den Fachgebieten Bodenkunde, Bodenfruchtbarkeit, Düngung, Pflanzenernährung, Waldschadensforschung einschließlich zugehöriger Praxisversuche und Laboranalytik; Staatlich geprüfter Assistent für Forstwirtschaft; seit 1955 war er am Institut für Forstwissenschaften in Eberswalde tätig; ehrenamtlicher Naturschützer; seit 1993 im eigenen Garten zahlreiche Experimente mit Mulch, nachdem er vorher seinen Hausgarten 30 Jahre lang konventionell bewirtschaftet hatte; heute ebenfalls ein überzeugter Mulch- und Biogärtner; vielseitige wissenschaftliche und allgemein gehaltene Berichte und Publikationen in Tageszeitungen, Zeitschriften, so auch in NATÜRLICH GÄRTNERN und im Fernsehen. Professor Dr. Michael Succow schrieb das Vorwort. Er ist Direktor des Botanischen Instituts der Universität Greifswald, Vizepräsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) e.V. und Träger des Alternativen Nobelpreises (1997); Initiator der "Michael Succow-Stiftung".
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